Meine Endometriose-Geschichte: Wie die Diagnose für mich zum Anfang einer Reise wurde
Wenn Du mir früher gesagt hättest, dass sich mein Leben durch meine Endometriose einmal komplett verändern wird, dass ich eine Ausbildung zur Heilpraktikerin mache und nach 21 Jahren meinen Beruf bei der Polizei aufgebe, hätte ich Dir wahrscheinlich nicht geglaubt.
Denn angefangen hat das alles nicht mit irgendeiner großen Erkenntnis.
Angefangen hat es mit Schmerzen.
Und zwar mit Schmerzen, die irgendwann einen ziemlich großen Teil meines Lebens bestimmt haben.
Ich hatte teilweise drei von vier Wochen im Monat Schmerzen. Besonders schlimm waren für mich die Schmerzen rund um den Eisprung. Ich weiß noch, wie ich nach einem Dienst einmal in meinem Auto saß und eigentlich nur nach Hause wollte. Aber ich konnte nicht losfahren. Die Schmerzen waren so stark, dass jede Bewegung zu viel war. Also saß ich da, habe versucht ruhig zu atmen und gewartet, bis es irgendwann wieder ging.
Und natürlich macht so etwas etwas mit Dir.
Nicht nur körperlich.
Wenn sich Dein Leben irgendwann um die nächsten Schmerzen dreht
Ich glaube, genau das können Frauen ohne solche Beschwerden manchmal nur schwer nachvollziehen.
Du hast nicht einfach an ein paar Tagen im Monat Schmerzen und danach ist alles wieder gut. Irgendwann weißt Du ja schon vorher, was möglicherweise kommt.
Der Eisprung nähert sich. Die Periode steht an. Und Du wartest innerlich schon darauf.
Wie schlimm wird es dieses Mal?
Kann ich normal arbeiten?
Was steht in meinem Kalender?
Muss ich wieder irgendwie durch?
Auch in der Partnerschaft war das immer wieder ein Thema. Da hieß es dann teilweise: „Du hast immer schlechte Laune.“ I
Heute kann ich beide Seiten ein Stück weit anders betrachten. Natürlich war ich nicht gut drauf, wenn ich Schmerzen hatte. Gleichzeitig habe ich damals aber auch nicht besonders gut kommuniziert, was eigentlich mit mir los ist. Wirklich zu sagen: „Ich habe Schmerzen. "Mir geht es heute nicht gut.“ Wir Frauen geht oft davon aus, dass der Partner es doch sehen müsste.
Das klingt so banal. Aber das war es für mich nicht.
Ich habe sehr lange sehr viel mit mir selbst ausgemacht. Und immer weiter funktioniert.
Dann hatte das Ganze endlich einen Namen: Endometriose
Irgendwann begann die Suche nach der Ursache meiner Beschwerden. Bei der zweiten Bauchspiegelungen bekam ich schließlich die Diagnose Endometriose.
Auf der einen Seite war da natürlich endlich eine Erklärung.
Auf der anderen Seite stand ich damit vor der nächsten Frage: Und was mache ich jetzt damit?
Mir wurden vor allem hormonelle Behandlungsmöglichkeiten angeboten. Hormone wollte ich nicht nehmen. Ich habe sie auch nicht gut vertragen.
Und genau an diesem Punkt begann ich selbst zu recherchieren.
Ich wollte wissen, ob es für mich noch andere Möglichkeiten gibt, meinen Körper zu unterstützen. Ich hatte auch das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Die Schulmedizin zeigte mir nur einen Weg, und das wären Hormone gewesen. Das war für mich zu wenig.
Mir fehlte der Blick auf mich als ganzen Menschen.
Also suchte ich weiter.
Und darüber kam ich irgendwann zur Naturheilkunde.
Eigentlich wollte ich „nur“ meine Schmerzen loswerden
Ich war bei mehreren Heilpraktikern, bis ich schließlich bei einem Heilpraktiker landete, der heute ein guter Kollege von mir ist.
Und mit ihm begann ich, andere Fragen zu stellen.
Wir schauten uns unter anderem meine Nährstoffversorgung und meinen Darm an, arbeiteten in meinem Fall auch mit Infusionen und betrachteten verschiedene Faktoren, die vorher für mich überhaupt nicht miteinander verbunden waren.
Und ja: Dieser Weg hat für mich unglaublich viel verändert. Heute bin ich trotz meiner Endometriose komplett schmerzfrei.
Aber wenn ich heute zurückblicke, war die Schmerzfreiheit fast nur ein Teil dessen, was damals angefangen hat.
Denn während ich mich immer mehr mit meinem Körper beschäftigte, kamen plötzlich ganz andere Themen hoch.
Meine eigenen Bedürfnisse zum Beispiel.
Meine Grenzen.
Stress und Erschöpfung.
Die Frage, wie oft ich mich eigentlich übergehe.
Und irgendwann auch die ziemlich große Frage:
Lebe ich eigentlich noch das Leben, das ich leben möchte?
Damit hatte ich am Anfang überhaupt nicht gerechnet.
Ich wollte doch eigentlich nur wissen, was ich gegen meine Schmerzen tun kann.
Stattdessen begann eine Entwicklungsreise, die mich Stück für Stück wieder näher zu mir selbst gebracht hat.
Was haben meine Grenzen mit meiner Endometriose zu tun?
Hier möchte ich etwas ganz deutlich sagen, weil mir das heute auch in meiner Arbeit wichtig ist:
Ich sage nicht, dass Endometriose entsteht, weil eine Frau ihre Grenzen nicht setzt, zu viel Stress hat oder irgendwelche emotionalen Themen nicht bearbeitet hat.
So einfach ist der menschliche Körper nicht.
Und ich finde auch nicht, dass wir Frauen, die ohnehin schon mit Schmerzen und Beschwerden kämpfen, zusätzlich das Gefühl geben sollten, sie seien irgendwie selbst schuld daran.
Was ich aber an mir persönlich erlebt habe, ist, wie wertvoll es sein kann, neben der körperlichen Ebene auch einmal auf das eigene Leben zu schauen.
Bei mir gab es einiges anzuschauen.
Ich war erschöpft. Ich ging immer wieder über meine eigenen Bedürfnisse hinweg. Ich hatte lange nicht gelernt, meine Grenzen wirklich wahrzunehmen und sie dann auch auszusprechen.
Und je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr wollte ich verstehen.
Das war später auch einer der Gründe, warum ich zusätzlich eine NLP-Ausbildung gemacht habe. Ich wollte diese tieferen mentalen und emotionalen Muster besser verstehen – zunächst für mich selbst und heute natürlich auch für meine Arbeit.
Und plötzlich veränderte sich nicht nur meine Gesundheit
Parallel dazu begann ich meine Ausbildung zur Heilpraktikerin und baute meine eigene Praxis zunächst neben meinem Polizeiberuf auf.
Die Polizei war 21 Jahre lang ein wichtiger Teil meines Lebens und ich war wirklich gerne Polizistin. Deshalb möchte ich meine Geschichte auch nicht so erzählen, als hätte ich 21 Jahre lang nur darauf gewartet, endlich dort wegzukommen.
So war es nicht.
Aber Menschen verändern sich. Lebenssituationen verändern sich. Und ich hatte mich durch diesen ganzen Prozess ebenfalls verändert.
Irgendwann merkte ich einfach, dass das System für mich nicht mehr passte und dass ich beruflich einen anderen Weg gehen wollte. Ein Dienstunfall kam später ebenfalls hinzu.
Und schließlich habe ich eine Entscheidung getroffen, die ein paar Jahre vorher für mich wahrscheinlich noch völlig unvorstellbar gewesen wäre:
Ich habe nach 21 Jahren meinen Beruf bei der Polizei beendet und mich mit meiner Praxis selbstständig gemacht.
Heute begleite ich Frauen bei genau den Themen, die irgendwann auch mein eigenes Leben bestimmt haben: Endometriose, Zyklusbeschwerden, PMS, hormonelle Veränderungen, Verdauungsprobleme, Stress, Erschöpfung und Wechseljahre.
Und meine eigene Geschichte prägt sehr stark, wie ich diese Frauen heute sehe.
Warum ich heute nicht nur auf die Diagnose schaue
Wenn eine Frau mit Endometriose zu mir kommt, interessiert mich natürlich ihre Diagnose.
Aber eben nicht nur.
Ich möchte wissen, wie es ihr geht.
Wie sieht ihr Zyklus aus? Wie ist ihre Verdauung? Wie ist ihre Energie? Welche Beschwerden hat sie tatsächlich? Wie sieht ihr Alltag aus? Welche Belastungen gibt es? Was hat sie bereits versucht? Und wo könnten wir genauer hinschauen?
Deshalb nehme ich mir für die Erstanamnese viel Zeit. Anschließend entscheiden wir individuell, welche weitere Diagnostik sinnvoll sein kann – zum Beispiel Blutwerte oder eine Stuhluntersuchung.
Es gibt bei mir nicht den einen „Endometriose-Plan“, den jede Frau bekommt.
Denn genau das widerspricht dem, was ich auf meinem eigenen Weg gelernt habe.
Eine Diagnose kann dieselbe sein. Der Mensch dahinter ist es nicht.
Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum mir ein Satz heute so wichtig ist:
Du bist nicht Deine Diagnose
Ich weiß, dass eine Endometriose-Diagnose erst einmal etwas mit einem machen kann.
Vor allem dann, wenn Du ohnehin schon lange Schmerzen hast, erschöpft bist und vielleicht das Gefühl hast, Deinen eigenen Körper überhaupt nicht mehr zu verstehen.
Aber bitte mach aus dieser Diagnose nicht Deine ganze Identität.
Endometriose ist eine Erkrankung, die ernst genommen und medizinisch begleitet gehört. Gleichzeitig darfst Du Dich weiterhin als ganzen Menschen betrachten.
Und vielleicht darfst Du irgendwann sogar anfangen, Fragen zu stellen, die über die Diagnose hinausgehen.
Was braucht mein Körper?
Was tut mir gut?
Was kostet mich permanent Kraft?
Wo brauche ich Unterstützung?
Und vielleicht auch: Was brauche eigentlich ich?
Ich hätte mir meine Endometriose ganz sicher nicht ausgesucht. Und ich möchte auch niemandem erzählen, er müsse nur „das Geschenk hinter seiner Krankheit erkennen“. Dafür weiß ich selbst viel zu gut, wie sich diese Schmerzen anfühlen.
Aber ich kann heute sagen, was aus meiner eigenen Geschichte entstanden ist:
Meine Suche nach Schmerzfreiheit wurde irgendwann zu einer Reise zurück zu mir selbst.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich heute so gerne Frauen begleite.
Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn Du einfach nur möchtest, dass es endlich besser wird.
Und weil ich gleichzeitig weiß, wie viel sich verändern kann, wenn Du anfängst, nicht nur auf eine Diagnose zu schauen – sondern wieder auf Dich.
Wenn Du wissen möchtest, wo Du anfangen kannst
Wenn Du Endometriose oder andere Zyklusbeschwerden hast und gerade an dem Punkt bist, an dem Du nicht weißt, wo Du überhaupt anfangen sollst, kannst Du gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir vereinbaren.
Wir schauen zunächst, wo Du gerade stehst und ob meine Art der Begleitung für Dich passend sein könnte.
Und wenn Du mich erst einmal kennenlernen möchtest, bleib gerne hier auf dem Blog oder komm in meinen Newsletter. In den nächsten Beiträgen möchte ich nämlich genau die Dinge genauer auseinandernehmen, für die in meiner eigenen Geschichte gar nicht genug Platz ist.
Darm, Nährstoffe, Hormone, Stress, Erschöpfung – aber auch die Frage, warum ich heute überzeugt davon bin, dass wir bei Beschwerden nicht nur einzelne Werte, sondern immer den Menschen dahinter betrachten sollten.
Denn Du bist nicht nur Dein Befund.
Und Du bist ganz sicher nicht nur Deine Endometriose.
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